Die Band

FouFou bei Studioaufnahmen

Am 05. Januar 2019 hatte ich die Gelegenheit, die Jazz-Band FouFou bei Studioaufnahmen in der fattoria musica fotografisch zu begleiten. Die Band hatte das Studio für drei Tage gemietet, vom 05. bis einschließlich 06. Januar 2019, um eine neue CD aufzunehmen. Für Fotos waren am Samstag etwa 1,5 Stunden eingeplant – ein enger Zeitplan, wenn man bedenkt, in dieser Zeit auch noch eine Beleuchtung aufbauen zu sollen, weil im Studio kaum natürliches Licht vorhanden ist.

Vorbereitung

Ich kam um 15:00 Uhr an. Der Tag war bedeckt und das Studio, eh eher schlecht ausgeleuchtet, glich einer dunklen Höhle. Die Decke in Eiche rustikal, eine Art von Perserteppichen am Boden, gelblich gestrichene Wände mit roten und schwarzen Schalldämfungselementen und Holztüren zwischen den einzelnen Studioräumen. Durch die „Butzenfenster“ drangen nur wenige Lichtstrahlen eines verregneten Dezembertages. – Kurz: Kunstlicht musste her. Zum Glück hatte ich Lampenstative, Blitzköpfe und Schirme im Wagen. Weil die Bandmitglieder, David K. Ehlers (Piano), Claas-Henning Dörries (Bass) und Ingvar Hornung (Schlagzeug), von ihrer Aufnahmetätigkeit hungrig waren, konnte ich die Essenszeit nutzen, meine Beleuchtung aufzubauen und einzumessen.

Fotosession – FouFou bei Studioaufnahmen

Weil ich die Essenszeit für den Aufbau meiner Ausrüstung habe nutzen können, konnten wir nach erfolgter Mahlzeit loslegen und die vollen 1,5 Stunden des vereinbarten Zeitbudgets nutzen, die Band FouFou bei Studioaufnahmen abzulichten. Eigentlich ist das aber nicht wahr. Während der Fotosession hat die Band zwar gespielt, es wurde jedoch nicht mitgeschnitten. Die etwa 30 Mikrofone, die ich gezählt habe, hätten jedes Geräusch meiner Kamera und der Blitzgeräte mit aufgezeichnet – untragbar. So wurde also exklusiv für mich musiziert, damit ich meine Bilder machen konnte.

Solch ein Tonstudio ist eng. Es gab kaum Möglichkeiten, um mich als Fotograf zu positionieren und interessante Perspektiven gestalten zu können. Der Pianist teilte sich mit dem Bassisten einen Aufnahmeraum. Der Schlagzeuger, durch eine schalldichte Wand getrennt, saß im Nachbarraum. Beide Räume waren bis zum Irrwitz verkabelt und der Schlagzeuger war mit seltsamen Holzkisten „eingemauert“. Zu allem Überfluss durfte das Equipment, welches den Tonaufnahmen diente, nicht verändert oder verrückt werden. Ich musste also, einem Schlangenmenschen gleich, mich im die Gerätschaften herumwinden und versuchen halbwegs anständige Fotos zu machen. Zum Glück ging es dabei vor allem um die Dokumentation des Geschehens, nicht um Kunst- oder Coverfotos.

Nun, ich habe mein Bestes gegeben. Ingvar war mit seinem Schlagzeug jedoch so in seinen Aufnahmeraum gequetscht, dass fotografisch fast gar keine Möglichkeiten bestanden – leider. David (Piano) und Claas (Bass) ließen sich schon etwas leichter ablichten. Einfach war es dennoch nicht.

Zu guter Letzt haben wir spontan noch ein paar Gruppenaufnahmen im Gemeinschaftsraum der fattoria musica aufgenommen, um die Band als Ganzes zu zeigen.

Insgesamt haben wir gemeinsam 94 Fotos gemacht. Sie sollen im Wesentlichen von der Bad genutzt werden, nicht von mir. Einige der Aufnahmen habe ich hier zusammengestellt, um Sie Ihnen zu zeigen.

Fazit

Die Jazz-Band FouFou bei Studioaufnahmen zu begleiten, war meine erste Arbeit dieser Art. Ich hatte vorher noch nie in einem Tonstudio gearbeitet. Die Enge, die Restriktionen durch die Tonaufnahmetechnik hatte ich zwar erahnt, war aber dennoch überrascht, wie eng und dunkel es tatsächlich ist. Zum Glück war ich gut vorbereitet – es zahlt sich eben aus, sich im Vorfeld hinreichend Gedanken zu machen. Ein Tonstudio ist halt kein Fotostudio. Hier regiert die Akustik, nicht das Licht. Dennoch sind gute Fotos entstanden und das gesetzte Zeitlimit wurde eingehalten. Wie Claas mir drei Tage später berichtete, hat die Band am Sonntag noch bis 22:30 Uhr im Studio gearbeitet. Gut, dass die Fotosession so glatt lief. Andernfalls hätten die Jungs eine echte Nachtschicht einlegen müssen.

Weitere Hinweise zur Aufnahmetechnik finden Sie in der Punkt-Akademie.

Karsten Brodmann

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